Skoliose:

Bei Skoliose kommt es zu Achsabweichungen der Wirbelsäule.

Bei einer Skoliose verändert sich die natürliche Krümmung der Wirbelsäule – es kommt zu einer Seitenverbiegung mit gleichzeitiger Rotation der Wirbelkörper.

Verändert sich die natürliche Krümmung der Wirbelsäule, ändert sich oft auch das Leben der Betroffenen. Schmerzen bei alltäglichen Bewegungen, Probleme beim Tragen eng anliegender Kleidung und manchmal auch verunsichernde Blicke von Freunden oder Arbeitskollegen prägen den Alltag. Patienten mit einer Verbiegung der Wirbelsäule, der so genannten Skoliose, leiden häufig unter verschiedenen Facetten ihrer Wirbelsäulenerkrankung.

Die gesunde Wirbelsäule hat eine vorgegebene Struktur, um die optimale Erfüllung ihrer Aufgaben als zentrales Stütz- und Bewegungsorgan des Körpers zu garantieren. In der Ansicht von hinten, der sogenannten Frontalebene, ist die gesunde Wirbelsäule gerade und ohne Verdrehung der Wirbel gegeneinander aufgebaut. In der seitlichen Ansicht, dem Profil, zeigt sich normalerweise eine doppelte S-Form. Dabei bestehen jeweils Krümmungen im Hals- und Lendenwirbelsäulenbereich nach vorn (Hohlschwingung = Lordose) sowie der Brustwirbelsäule und des Kreuz- Steißbeines nach hinten (Kyphose). Bei einer Skoliose verändert sich diese natürlich Krümmung der Wirbelsäule.

Die natürliche Wirbelsäulenform schützt vor Rückenbelastung.

Diese spezielle Form der Wirbelsäule ermöglicht es unter anderem, Erschütterungen, die bei aufrechtem Gang auftreten, möglichst abzufangen. Neben diesen normalen und notwendigen Krümmungen der Wirbelsäule können auch Deformierungen, insbesondere die Skoliose auftreten, d.h. die Wirbelsäule weicht von ihrer natürlichen Form ab.

 

Die Skoliose (abgeleitet vom griechischen Wort „skolios = krumm“) ist in den aller meisten Fällen eine Wachstumsdeformität der Wirbelsäule, d.h. während des Wachstums im Kindes- und / oder Jugendalter kommt es zu einer krankhaften, mehrdimensionalen Verkrümmung der Wirbelsäule. Das führende und das im Wesentlichen den Schweregrad einer Skoliose bestimmende Kennzeichen ist die Seitausbiegung eines oder mehrerer Abschnitte der Wirbelsäule in der frontalen Ebene. Die Abweichung von der geraden Mittellinie erkennt man deutlich bei der Betrachtung des Rückens von hinten.

Zugleich ist diese Verbiegung aber auch mit einer mehr oder minder ausgeprägten Verdrehung der Wirbel um deren eigene Achse (Fehlrotation) sowie häufig auch einer Abweichung vom normalen Profil der entsprechenden

Wirbelsäulenabschnitte verbunden. Dies macht die Skoliose zu einer mindestens zwei-, häufig auch dreidimensionalen Deformität.

Skoliose: Abweichung von der natürlichen Wirbelsäulenform

Der natürliche Aufbau der Wirbelsäule.

Einzelne oder auch mehrere Wirbelkörper, wie auch die entsprechenden Bandscheiben, Bänder und Gelenke des skoliotischen Wirbelsäulenabschnittes sind dabei nicht nur zueinander verdreht, sondern auch deformiert, weisen also nicht mehr ihre natürliche Form auf. Die Verformung der einzelnen Wirbel wird als Torsion bzw. Torquierung bezeichnet. Durch diese anatomischen Veränderungen bei einer Skoliose entsteht im weiteren Verlauf einer fortschreitenden Verkrümmung eine zunehmende Einsteifung des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes, wobei der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, die Fehlstellung des entsprechenden Wirbelsäulenabschnittes selbständig zu korrigieren.

Durch die Verdrehung der Wirbel entsteht im Brustwirbelsäulenbereich infolge der mit den Wirbeln verbundenen Rippen typischerweise auf der konvexen Seite des Skoliosebogens ein Hervortreten der Rippen nach hinten, was als „Rippenbuckel“ bezeichnet wird. Auf der Gegenseite kommt es analog dazu zu einer Abflachung der den Brustkorb bildenden Rippen, dem sogenannten „Rippental“.

Wie häufig tritt eine Skoliose auf?

Die Angaben zur Häufigkeit des Auftretens der Erkrankung unterliegt in der Literatur einer großen Schwankungsbreite zwischen 1 und 15%. Grund hierfür sind die unterschiedlichen Kriterien der jeweiligen Untersucher bzgl. des kleinsten als pathologisch anzunehmenden Krümmungswinkels. Heute gelten 10 Grad als Mindestwinkel für die Diagnosestellung einer Skoliose. Übereinstimmenden Angaben großer Schuluntersuchungen zufolge wird die Häufigkeit eines Krümmungswinkels > 10° mit ca. 2% angegeben. Generell gilt, dass leichte Skoliosen mit kleineren Winkelgraden deutlich häufiger auftreten als höhergradige oder gar operativ behandlungsbedürftige Skoliosen.

Welche Beschwerden können bei einer Skoliose auftreten?

Das Beschwerdebild bei Patienten mit einer Skoliose hängt u.a. von deren Ausprägung, also dem Schweregrad der Erkrankung ab. Je stärker diese ausgeprägt ist, desto stärker kann auch die Beeinträchtigung sein. Im Kindes- oder Jugendalter verursachen Skoliosen jedoch nur in seltenen Fällen

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körperliche Beschwerden. Messbar ist jedoch schon recht früh eine Einschränkung der Lungenfunktion, auch wenn der Patient dieses subjektiv noch nicht merkt. Jedoch kommt es oft schon im Jugendalter durch die Verformung und Asymmetrie des Rumpfes zu kosmetischen und daraus folgend oftmals zu nicht unerheblicher psychologischer bzw. psychosozialer Beeinträchtigung. Die Patienten schämen sich für ihr Aussehen und meiden z.B. Freibadbesuche.

Wann und wie kommt es zu körperlichen Beschwerden?

Akute körperliche Beschwerden treten meist erst im Erwachsenalter auf, wie z.B. Rückenschmerzen.

Körperliche Beschwerden treten hingegen meist erst im Erwachsenalter auf. Durch die dauerhafte Fehlstellung und unphysiologische Belastung stellen sich vermehrt Rückenschmerzen aufgrund vorauseilender verschleißbedingter Wirbelsäulenveränderungen sowie Überlastung der stabilisierenden Muskulatur ein. Zudem kann eine zunehmende Einsteifung der Krümmungen zu Bewegungseinschränkungen führen. Eine starke Verkrümmung der Wirbelsäule verursacht eine Verformung und Verkürzung des Rumpfes und damit auch eine Verkleinerung des Brust- und Bauchraumes. Dadurch können bei schwersten Skoliosen auch innere Organe wie Lunge, Herz oder Bauchorgane spürbar in ihren Funktionen eingeschränkt werden, was beispielsweise zu Kurzatmigkeit oder Herzproblemen infolge Rechtsherzüberbelastung führen kann.

Unsere Physiotherapeuten sind Spezialisten und ausgebildet in der Skoliosetherapie.